Im Gespräch zu Themen der Bauwirtschaft: Dirk Siegel (von links), Derya Türk-Nachbaur, Thomas Möller und Michael Kling.
Foto: Ante Scherer

Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur besucht Bildungszentrum Bau Donaueschingen

Um sich näher über die Ausbildung in den Bauberufen zu informieren, hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur mit Vertretern des Verbands Bauwirtschaft Baden-Württemberg im Bildungszentrum Bau Donaueschingen getroffen. Ihre Ansprechpartner waren Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Dirk Siegel, Geschäftsführer der Bildungsakademie der Bauwirtschaft, sowie Zentrumsleiter Michael Kling. Die Bildungseinrichtung ist eine von landesweit neun überbetrieblichen Ausbildungsstandorten der Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

„Seit 50 Jahren betreiben wir Zentren wie dieses, um unseren Lehrlingen eine fachlich hochwertige Ausbildung zu vermitteln“, erklärte Möller bei der Besichtigung der Werkhallen. „Hier erlernen und trainieren die Lehrlinge die korrekte Technik etwa beim Mauern zunächst anhand von Übungen. Sie können dann die erworbenen Kenntnisse in ihren Ausbildungsbetrieben gleich anwenden und beim Einsatz auf der Baustelle anspruchsvolle Tätigkeiten ausüben.“

Beim anschließenden Gespräch ging es zunächst um Ausbildungsmöglichkeiten für Zugewanderte. „Die Migranten, die zu uns kommen, sind fachlich gut. Allerdings können sie die Prüfungen, die in deutscher Sprache abgelegt werden müssen, kaum bestehen. Hier gibt es Nachbesserungsbedarf“, bemerkte Kling. Türk-Nachbaur sagte zu, diesen Hinweis aufzugreifen: „Ich finde es im Sinne der Solidarität wichtig, dass die Prüfungen in anderen Sprachen abgelegt werden können, und gebe diese Anregung gern in Berlin in die zuständigen Ausschüsse.“

Diskutiert wurden außerdem Verbesserungsmöglichkeiten bei der Aufstiegsförderung am Bau: „Viele wissen nicht, dass der Meister nur eine von vielen Aufstiegschancen ist. Leider werden die anderen Optionen bei den Förderangeboten, wie zum Beispiel beim BAföG, bisher nicht berücksichtigt“, erläuterte Siegel.

„Zudem“, so der Geschäftsführer weiter, „wollen wir das klimagerechte Bauen voranbringen. Dazu arbeiten wir eng mit den Hochschulen und der Forschung zusammen. Unser Ziel ist es, die Entwicklung klimafreundlicher Baumaterialien weiter zu beschleunigen. Außerdem muss das Baustoffrecycling forciert werden. Dies vermitteln wir auch unseren Auszubildenden, die es dann in die Baubetriebe einbringen.“

Derya Türk-Nachbaur zeigte sich sehr erfreut über die Einbeziehung des wichtigen Themas Klimaschutz in die Ausbildung: „Die Bemühungen zur Verbesserung der CO2-Bilanz beim Bauen finde ich bemerkenswert. Die Politik kann hier allerdings lediglich die Weichen stellen. Nur wenn Experten wie Sie dies direkt vor Ort in Angriff nehmen und in das Baugeschehen einbringen, können wir es schaffen, CO2-neutral zu werden.“