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IG Metall empfängt Bundestagsabgeordnete

Bei einem Treffen mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Derya Türk-Nachbaur schilderte der Geschäftsführer der IG Metall Geschäftsstelle in Villingen-Schwenningen, Thomas Bleile, die möglichen Folgen für die Arbeitnehmer, angesichts der aktuell angespannten Lage in der hiesigen Industrie.

Bleile erläutert, dass derzeit die Betriebe gut zu tun haben. “Die Nachfrage ist sehr gut. Leider kann sie oft nicht bedient werden, da Rohstoffe fehlen und die Energiepreise explodieren.” Von möglichen Entlassungen werde zwar noch nicht offen gesprochen, aber sollte der Markt sich nicht bald erholen, müsse dennoch mittelfristig davon ausgegangen werden. Wirtschaftlich zu produzieren, sei in vielen Unternehmen aktuell nur schwer möglich.
“Aus diesem Grund hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket in Höhe von 5 Mrd. Euro für Unternehmen geplant. Wir werden damit die Unternehmen unterstützen, die von den Energie-Preissteigerungen besonders betroffen sind”, so Türk-Nachbaur.

Wie Beile schilderte, sei dies jedoch nicht das einzige Problem. “Wir führen mit mehreren Firmen in der Region Verhandlungen über Arbeitszeiten, Tarife, Beschäftigungen und Löhne. Manche Unternehmer wollen, dass Arbeitszeiten verlängert werden bei gleichem Lohn.” Damit sollten die gestiegenen Produktionskosten durch Engpässe und Preissteigerungen kompensiert werden. Prinzipiell sei die IG Metall hier zu Gesprächen bereit, Grundbedingung für solche Gespräche sei aber eine Standort- und Beschäftigungssicherung für die Arbeitnehmer*innen. Allerdings erwarte man von Firmen, dass diese Option nur als vorrübergehend Maßnahme in der aktuellen Krise verstanden wird. “Wer die Arbeitsbedingungen verschärfen möchte, weil er den Transformationsprozess in der Wirtschaft verschläft oder keine zukunftsfähige Produkte produzieren will, kann hier kein Entgegenkommen von uns erwarten”, so Beile “Wir haben uns im Koalitionsvertrag klar zur Industrie in Deutschland bekannt und werden der Wirtschaft helfen, in diesem globalen Transformationsprozess wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig können wir die Uhr nicht zurückdrehen. Die Unternehmen müssen sich an die sich immer schneller verändernden Bedingungen anpassen”, erläuterte Türk-Nachbaur.

In der Branche merke man den Fachkräftemangel sehr, erklärte Beile weiter. Der Zustrom an ukrainischen Flüchtlingen, gebe aktuell die Hoffnung auf Fachkräfte und Auszubildende. “Wir sind der Bundesregierung dankbar, dass die Ukrainer kein langwieriges Asylverfahren durchlaufen müssen, bevor sie eingestellt werden können. Wir sprechen schon mit den ersten Betrieben. Allerdings müssen wir hier auch im Blick haben, dass sich bereits in Deutschland befindliche Geflüchtete aus anderen Ländern nicht benachteiligt fühlen, das müssen wir Ihnen erklären“, so Bleile weiter. “Für viele ukrainische Familien wird es kein Zurück mehr geben. Jetzt gilt es, den ukrainischen Kindern und Jugendlichen einen guten Anschluss an das Schulsystem zu ermöglichen. Damit sie sich hier ein gutes Leben aufzubauen können” so Türk-Nachbaur.