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Südwestmetall sieht Metall- und Elektroindustrie vor schweren Zeiten

Mit Sorge blickt Markus Fink, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Schwarzwald-Hegau des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, auf die laufenden Herausforderungen der hiesigen Metall- und Elektroindustrie. Der Transformationsprozess in der Industrie, die Coronakrise und nun auch der Ukrainekrieg träfen die Mitglieder seines Verbandes mitunter hart. Er geht für die Region deshalb wieder von Entlassungen aus, wenngleich diese geringer ausfallen dürften, als dies noch im ersten Coronajahr 2020 der Fall war. Das berichtete Fink der SPD-Bundestagsabgeordneten Derya Türk-Nachbaur bei ihrem Besuch.

Zwar habe man sich mit Corona und den erforderlichen Maßnahmen mittlerweile zurechtgefunden, aber die pandemie-bedingten Lieferprobleme, bespielweise bei Halbleitern, würden Unternehmen in der Region weiterhin belasten. Auch wegen der massiv gestiegenen Energiepreisen nehme Fink bei seinen Mitgliedern große Unruhe zudem wahr. Viele Betriebe hätten eine energieintensive Produktion, die mit den aktuellen Preisen auf Dauer nicht wirtschaftlich betrieben werden könne.

Gleichzeitig zeigte Fink Verständnis für die Ukrainiepolitik der Bundesregierung: „Der Angriffskrieg ist nicht hinnehmbar und die getroffenen Sanktionen sind daher notwendig. Viele Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie haben sich deshalb schon vor den ersten Sanktionen aus dem Russlandgeschäft zurückgezogen. Dies zeige die klaren Werte der Unternehmerin der Region“, so Fink weiter. „Auf der anderen Seite kann ich versichern, dass die Bundesregierung weitere Sanktionen abwägen wird. Wir werden mögliche Konsequenzen für die Wirtschaft und damit für das ganze Land nicht leichtfertig beschließen, selbst wenn einige dies lauthals fordern.“, stellte Türk-Nachbaur klar. Man sei sich zudem bewusst, dass sich Putin lange auf den Krieg vorbereitet habe und trotz möglicher Sanktionen den Krieg über Monate weiterführen könne.

Zum Ende erhielt die Abgeordnete von Fink lob für das Kurzarbeitergeld: „Das lässt vielen Unternehmern in der aktuellen Lage Luft zum Atmen.“ Allerdings hätten viele Betriebe entweder keinen Reingewinn oder lediglich einen von etwa ein bis zwei Prozent. Das reiche nicht aus, um Investitionen zu tätigen, die für den Transformationsprozess der Industrie notwendig seien. Der Fachkräftemangel in vielen Bereichen erschwere die Gesamtlage ebenfalls. „Die globalen Transformationsprozesse werden wir nicht aufhalten. Im Koalitionsvertrag haben wir uns aber klar zur Industrie in Deutschland bekannt und werden die Unternehmer in der Region nicht alleine lassen. Mit einem funktionierenden Einwanderungsgesetz werden wir die Unternehmer beim Fachkräftemangel entlasten“, sicherte Türk-Nachbaur zum Abschluss zu.